Neue Live-Streaming-Apps Periscope und Co. für das unternehmerische Marketing nutzen?

Im Netz gibt es mit den Live-Streaming-Apps Meerkat und Periscope wieder einmal einen neuen Hype. Hier eine kleine Prognose wie diese Anwendungen bzw. das Prinzip dahinter unternehmerisch einzuordnen sind.

2015 scheint online das Jahr der Livestreams zu werden, soweit beobachtbar. Was mit Younow aus den Kinderzimmern begann – nämlich dass sich die Leute über eine Anwendung live ins Web streamen können – geht nun mit den Apps Live Streaming überMeerkat und Live-Streaming über Periscope weiter. Wohingegen der Klassiker Youtube nur „Konserven“ zeigt, kommen die Inhalte bei den Live-Streaming-Apps direkt zeitgleich in die Online-Welt. Meerkat lässt sogar nur live zu. Bei der offiziellen Twitter-Antwort Periscope gibt es zusätzlich zum Live-Stream Aufzeichnungsmöglichkeiten.

Wie funktionieren Periscope, Meerkat & Co.

Klassisch wird zum Beispiel das kostenlose Periscope auf’s mobile Endgerät wie Tablet oder Smartphone geladen. In einem sehr einfach gehaltenen Vierer-Menü wählt man nun zwischen gerade stattfindenden Livestreams von Leuten, denen man analog Twitter folgt. Die Weltkugel symbolisiert die interaktive Landkarte, die undifferenziert alle verfügbaren Livestreams des Augenblicks anzeigt. Beim Klick auf das Periscope-Icon kann der Nutzer selbst beginnen sich live ins Netz zu streamen. Der vierte Button zeigt die eigenen Twitter-Kontakte an, denen man schon „in spe“ folgen kann. So sie denn die Anwendung irgendwann nutzen sollten.

Nach Auswahl des gewünschten „Senders“ können Sie als Zuschauer nun die Live-Übertragungen der Anbieter – ob privat oder Business – im Browser betrachten. Darüber hinaus – und erst das macht diese Apps wirklich interessant – können Sie im Chat-Stil mit den Live-Sendern kommunizieren. Da beobachtet man schon mal einen Australier bei seiner morgendlichen Fahrt zur Arbeit und spricht mit ihm über seine Leidenschaft, das Freeclimbing. Anders als bei Meerkat werden alle Live-Streams bei Periscope standardmäßig zum späteren Abrufen gespeichert. Die Sender können diese Funktion auch deaktivieren.

Wer sich anmeldet sieht zunächst die aktuellen Live-Streams (roter, vertikaler Strich). Dazwischen stehen Streams die kürzlich aufgenommen wurden (grauer, vertikaler Strich). Periscope wirkt aufgeräumter und professioneller derzeit, wie ich finde. Aber der Wettlauf um das beste Interface hat begonnen und ich bin mir sehr sicher: Die Welt wird in einigen Jahren in Top-Qualität Live-live-live stattfinden. Und zwar über-über-überall.

Resümee & Geschäfts-Implikationen

Ganz schön durchgeknallt wirkt die Idee aus heutiger Sicht. Aber das war bei Youtube und Twitter auch
so beim Launch: Wie, diese Datenraten sind viel zu heftig. Was? Hunderten von Menschen gleichzeitig zuhören? No way.

Fakt ist derzeit aus unternehmerischer Sicht: Periscope wirkt auf mich wie eine bessere Spielwiese für Spät-Pubertierende. Aber schon bald werden hier sicher interessante Ideen für die Business-Anwendung entstehen. Beispielsweise für Discos, Clubs, ggf. Baustellen und vieles mehr. Gerade war ich einem Stockholmer Schnellimbiss. Mit einer heißen Blondine hinter der Theke. Die senden eine Stunde am Tag. Klar, was ich meine? Genau, da geht man gerne hin, wenn man mal in Stockhom ist. Ganz nett finde ich auch die Geschäftsidee von Chris Ducker, der aus seinem Bett (!) Buch-Rezensionen live sendet und diese dann im Archiv abrufbar hält. Netter „Branding-Aspekt“. Oder die aufstrebende Celebrity, die Dank physischer Argumente eine Vielzahl von Followern auf sich vereint. Und sich so eine Fan-Gemeinde in einem aufstrebenden Medium schafft.

Periscope for Marketing-Olymp? Mitnichten. Wie immer gilt hier: es geht nicht um das Medium, denn das ist nur Werkzeug. Entscheidend sind wie immer drei Dinge: die Substanz Deines wertschöpfenden Angebots im Sinne eines Nutzwerts für Wunschkunden. Die Identifikation Deiner Wunschkunden und die typischen Tummelplätze. Und der subjektive Mehrwert Deiner Kommunikation, die es dem Wunschkunden leicht machen, Dich als optimalen Anbieter auszusuchen.

Weiterführende Links:
FAZ: Wir hätten es auch ohne Twitter geschafft
t3n über Livestreaming Apps
Huff Post about Livestreaming-App Periscope
Lead Digital: Selbstversuch mit Periscope

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